Kommentar

weihnachten 2015

in der schwebe

ansonsten
kein hinweis
wohin der weg führt
wären nicht lieder erklungen
vom absturz der mächtigen
als die botschaft
des engels
maria
den keim der hoffnung
auf ein ende der ohnmacht
ins herz pflanzt

völlig im dunkeln
lag vor jenen
gesellen der nacht
was sein wird
wäre nicht
das licht des himmels
in die welt gefallen
und hätte die hirten zum aufbruch verleitet

ohne klares ziel
herumgeirrt
wären jene
drei deuter der zeichen
fernab ihrer schützenden mauern
hätte nicht der stern
jenen ort beschienen
an dem
gold, weihrauch und myrrhe
ärmlicher unbedarftheit
den stachel gezogen

völlig offen
bleibt fürs erste
wie alles endet
wenn bomben und feuer
schänden
was menschen
lieben
ein stall wäre
schon luxus
wo sechs mal vier meter
raum zum leben
abgetrennt
mit bahnen aus plastik
in unwirtlichen hallen der hoffnung
ein wenig
aufschub und atem
gewähren

ohne aussicht
auf zukunft
bliebe
die welt
sich selbst überlassen
träte nicht
gott
allen obergrenzen
bornierten denkens
entgegen
zuwendung im übermaß
im kind der armut
macht
trostlosem zaudern
ein ende

ts 2015


Traugott Schächtele 24.12.2015

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