Kommentar

Rasthaus am Weg

Die Kirche ist ein Rasthaus am Weg. Ein Haus der Unterbrechung unseres Alltags. Aber niemand lebt in einer Kirche. Zumindest nicht für immer. Unser aller Leben – es spielt sich außerhalb der Kirchenmauern ab.

Wir können uns in der Kirche stärken lassen. Wir können uns Mut und Kraft, wir können uns Gottes Segen zusprechen lassen. Aber gelebt wird an anderen Orten. In der Familie und am Arbeitsplatz. Gelebt wird am Krankenbett oder in der Einsamkeit der eigenen vier Wände. Hier vor Ort oder irgendwo in der weiten Welt. An Orten des Friedens und an Orten, voll von Gewalt und Krieg. Gelebt wird da, wo der Hurrican ganze Orte hinweggefegt hat. Gelebt wird im Norden Afrikas, wo Menschen auf ihre Schlepper warten, die sie am Ende in den Tod führen.

Überall da gibt es Menschen - Menschen voller Sehnsucht nach Leben. Sie kommen, wie es am Ende des Predigttextes heißt, „von allen Enden.“ Überall gibt es Menschen, die nach Gott fragen. Überall da gibt es Menschen, die auf ihren Gott vertrauen. Überall gibt es Menschen, die an Gott zweifeln und nach seiner Hilfe rufen. Überall gibt es auch Menschen, die mit Gott wenig anfangen können.

Überall gibt es aber auch Menschen, die hören und sich auf den Weg machen. Menschen, die ihrem Mitmenschen Schwester sind und Bruder. Menschen, die andere besänftigen und berühren. Es ist gut, dass wir unsere Kirchen haben. Es ist gut, dass sie diese wunderschöne Kirche haben. Kirchen sind Kraftorte. Kraftorte aber, die uns stärken für unser Leben außerhalb der Kirchenmauern. Für das Leben in seiner Vielfalt, das jeder und jede von uns hier lebt.



Neugierig geworden? Den ganzen Text finden Sie hier!


Traugott Schächtele 17.09.2017

Archiv