Kommentar

500 Jahre Reformation!

Eine alte Melodie und ein neuer Text

Das Lied vom Wort, das Leben lässt*
(Melodie EG 362: „Ein feste Burg ist unser Gott“)

Ein neues Lied in mir entspringt,
von Lasten, weggenommen.
Du musst nicht! Nein: Du darfst! Es singt
von Freiheit, längst gekommen,
im Wort, das mir träumt,
das Raum gibt und räumt
zur Seite, was mir
den Atem nimmt, und dir.
Ganz neu bin ich geworden!

In Bild und Buch, in Klang und Ton
lässt sich dies Wort vernehmen.
Es richt’ mich aus, und seh’ ich schon
der Zukunft schwere Themen,
find’ ich festen Halt,
wag’ ohne Gewalt
den Schritt hin zum Du,
lass’ Böses nicht mehr zu.
Die Welt ist neu geworden!

Aus Menschenmund trifft mich dies Wort
und kann doch ohne Grenzen
in deiner Ökumene Ort,
die Suchenden beglänzen
mit Zuspruch und Kraft,
die Neues erschafft,
sagt: Mir bist du recht!
Halt dich nur nicht für schlecht,
bist durch Gott neu geworden!

Dein Wort trifft mich in Vielgestalt
und bleibt für Deutung offen.
Was heut noch gilt, ist morgen alt.
Im Wandel mich lässt hoffen
die Suche nach dir.
Gott, du zeigst dich mir
in menschlichem Sein,
im Fest mit Brot und Wein.
Neu bist du mir geworden!

Sola scriptura! - nur allein
das Wort der Schrift soll gelten!
Es lässt in seinem Anderssein
durchscheinen Gottes Welten
in unsere Zeit,
und macht mich bereit
ganz fest zu vertrau’n
dem, der schon jetzt lässt schau’n
was einst noch werden könnte!

Text: Traugott Schächtele

Traugott Schächtele 31.10.2017

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